Wiko View 2 im Test: Dieses 200-Euro-Smartphone lässt uns Staunen

Das schönere Lenny

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von Jan Kluczniok
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Wiko View 2 2

Die Preisklasse bis 200 Euro ist bei Smartphones heiß umkämpft. Neue Geräte haben es da schwer Aufmerksamkeit zu generieren. Dem Wiko View 2 fiel das im Test leicht. Schon beim ersten Anblick gerieten wir ins Staunen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung und Performance
  3. Software
  4. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  5. Kamera
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen
  8. Datenblatt

Der französische Hersteller Wiko dürfte den meisten von euch vor allem aufgrund einer Armada günstiger Plastikhandys ein Begriff sein, die bei Media Markt oder Saturn zu einem Preis von unter 100 Euro ausliegen. Besonders die Modellreihe Wiko Lenny ist hier beliebt. Mittlerweile steht mit dem Lenny 5 die fünfte Generation des Plastikbombers in den Regalen. Was viele Nutzer nicht wissen: Wiko hat für ein paar Euro mehr auch deutlich attraktivere Smartphones im Programm: das View 2 etwa. Das Modell ist zeitgleich im Mai mit dem Lenny 5 erschienen, und weist ebenfalls ein Plastikgehäuse auf. Während das Lenny 5 jedoch ziemlich konventionell erscheint, erstrahlt das View 2 im modernen Design.

Design und Verarbeitung

Wiko folgt hier nämlich dem Trend ein möglichst randloses Display zu verbauen. So bedeckt der 6-Zoll-Screen knapp 80 Prozent der Front des Smartphones. Das Verhältnis von Display zu Gehäuse (Screen-to-Body) ist für die Preisklasse überdurchschnittlich. Zum Vergleich: Bei anderen 200-Euro-Smartphones besteht die Front lediglich zu 75 Prozent aus Bildschirm. Für eine Screen-to-Body-Ratio von 80 Prozent müsst ihr normalerweise mindestens 350 Euro bezahlen.

Möglich wird das gute Verhältnis durch einen Designkniff, den auch Apple beim iPhone X anwendet. Statt einem breiten Rand oberhalb des Screens, hat Wiko sich für eine Einkerbung im Display entschieden. In dieser im englischen als Notch bezeichneten Einbuchtung bringt der Hersteller unter anderem die Frontkamera unter. Einen breiten Rand findet ihr daher nur noch unterhalb des Screens.

Für einen Fingerabdrucksensor war auf der Front dennoch kein Platz mehr. Er befindet sich stattdessen auf der Rückseite. Dort ist er mittig im oberen Drittel angeordnet. Eine Gefahr versehentlich statt dem Sensor die Kamera zu erwischen, besteht nicht. Diese befindet sich am rechten Rand des Smartphones. Ein Display mit einer Diagonale von sechs Zoll mag manche Nutzer verschrecken, doch Wiko ist es gelungen den Screen vergleichsweise kompakt zu verbauen. Selbst in der Hosentasche verschwand das View 2 im Test ohne groß aufzutragen.

Das Gehäuse des Smartphones besteht wie bereits eingangs erwähnt aus Kunststoff. Wiko müht sich jedoch das Metall-Glas-Design, auf das derzeit viele Smartphone-Hersteller setzen nachzuahmen und achtet dabei auch auf kleinste Details. So weist der Kunststoffrahmen etwa Antennenstreifen auf, obwohl diese gar nicht notwendig wären. So wirkt das View 2 auf den ersten Blick wirklich wie ein Premium-Smartphone, in der Hand ist der Unterschied dann aber doch spürbar. Leider fällt das Gehäuse auch rutschig aus und ist sehr anfällig für Fingerabdrücke.

Erhältlich ist das Wiko View 2 in den Farben Anthrazit, Grau und Gold. Bei unserem Testgerät handelt es sich um die Farbvariante Anthrazit.

Ausstattung und Performance

Was hat das View 2 abseits des großen Displays zu bieten? Die Ausstattung fällt für die Preisklasse typisch aus. So ist der Bildschirm zwar groß, die Auflösung mit 1.528 x 720 Pixeln der Größe aber nicht angemessen. Bei genauerem Hinsehen sind einzelne Pixel sichtbar. Das ist aber auch bei der aktuellen Konkurrenz nicht anders. Wer Full HD-Auflösung in einem 200-Euro-Smartphone will, muss zu einem Handy mit kleinerem Bildschirm greifen. Über die magere Auflösung tröstet aber immerhin die satten Farben und großen Blickwinkel des verwendeten Panels hinweg.

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Angetrieben wird das View 2 vom Qualcomm-Prozessor Snapdragon 435. Er stammt aus dem Herbst 2016 und müht sich dementsprechend seit fast zwei Jahre in einer Vielzahl günstiger Smartphones ab. Das Alter merkt man den Chip aber nicht unbedingt an. Der Bildschirmwechsel erfolgt flüssig, und selbst eine Runde PUBG Mobile ist mit dem View 2 möglich, wenn auch nicht mit den höchsten Grafikeinstellungen. Beim Starten von Spielen und Apps erlaubt sich der Chip dann aber doch eine kleine Bedenkzeit. Mehr Rechenpower bieten in dieser Preisklasse aber nur die Modelle von Huawei und Honor.

Das Wiko View 2 verfügt über drei Gigabyte Arbeitsspeicher, der Gerätespeicher misst 32 Gigabyte und kann bei Bedarf per microSD-Karte erweitert werden. Auf diese lassen sich dann auch Apps auslagern. Auch die weitere Ausstattung geht vollkommen in Ordnung. So verfügt das Smartphone etwa über einen NFC-Chip, wir vermissen lediglich einen Empfänger für UKW-Radioprogramme im Datenblatt.

Software

Ab Werk läuft das Wiko View 2 mit Android 8.0. Ein Update auf Android P ist angesichts der bisherigen Update-Politik des Herstellers eher unwahrscheinlich. Immerhin erreichte uns während des Testzeitraums aber ein Patch, der das Sicherheitslevel des Smartphones auf das Niveau vom 5. Mai 2018 hob. Im Gegensatz zu früheren Wiko-Smartphones läuft das View 2 mit einer nahezu unveränderten Version des Handy-OS von Google.

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Lediglich einen eigenen Launcher hat Wiko dem OS übergestülpt. Der Grund hierfür dürfte die Displaykerbe sein. Denn diese wird nativ erst vom kommenden Android 9.0 unterstützt. Der Launcher enthält auch eine Gestensteuerung, die es euch zum Beispiel erlaubt das Display mit einem doppelten Fingerdruck einzuschalten.

Entsperrt werden kann das Wiko View 2 nicht nur per Passwort, Muster oder PIN, sondern auch mit eurem Fingerabdruck. Wahlweise könnt ihr damit aber nicht nur das Gerät entsperren, sondern auch direkt eine beliebige App oder einen bestimmten Kontakt aufrufen. Wischgesten unterstützt der Sensor leider nicht. Als zusätzliche Entsperrmethode bietet Wiko euch auch "Face Unlock" an. Die Gesichtserkennung ist laut Hersteller aber nicht so sicher wie die zuvor genannten Methoden.

Denn das Handy nutzt dafür nur die Frontkamera und keine weiteren Sensoren, wie etwa einen Tiefenmesser. Davon abgesehen funktioniert die Gesichtserkennung jedoch sehr gut, anders als die meisten Android-Smartphones erkannte das View 2 unser Gesicht auch im Dunkeln problemlos.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Wiko View 2 verfügt zwar über ein zusätzliches Mikrofon zum Filtern von Störgeräuschen, dennoch gab es im Test in lauten Umgebungen Verständigungsprobleme. Insgesamt ist der Klang des Smartphones zudem nicht so klar, wie der des Schwestermodells Wiko View 2 Pro. Wahlweise lässt sich das View 2 auch mit zwei SIM-Karten betreiben, dann müsst ihr jedoch auf die Möglichkeit verzichten den Speicher per microSD-Karte zu erweitern.

Strom bezieht das Wiko-Handy aus einer 3.000-Milliamperestunden-Batterie. Wechseln lässt sich diese anders als bei den eingangs erwähnten Lenny-Modellen aber nicht. Der Akku ist fest verbaut. Mit einer Akkuladung solltet ihr unseren Erfahrungen nach ein bis anderthalb Tage auskommen. Danach muss das View 2 für knapp zwei Stunden wieder an die Steckdose.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen bietet das View 2 eine 16-Megapixel-Frontkamera sowie eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Beide liefern für diese Preisklasse sehr ordentliche Bilder, denen es nicht an Schärfe oder Details mangelt. Werden die Lichtverhältnisse schwieriger, sinkt zwar die Qualität. Das View 2 stößt hier aber nicht so schnell an seine Grenzen wie manches Konkurrenzprodukt. Ihr könnt euch anhand der folgenden Galerie einen eigenen Eindruck von der Bildqualität des Wiko-Smartphones machen.

Wiko View 2: Kamera-Samples

7 Bilder
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Preis und Verfügbarkeit

Das Wiko View 2 ist seit Mai 2018 in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Smartphone lautet 199 Euro. Nachfolgend findet ihr aktuelle Angebote für das Wiko-Handy.

Wiko View 2: Fazit

Günstiges Smartphone mit Wow-Faktor! 7/10

Ihr wollt ein Smartphone haben, das die Blicke eurer Freunde auf sich sieht, doch habt nur ein geringes Budget zur Verfügung? Dann solltet ihr euch einmal das Wiko View 2 anschauen. Das große, randlose Screen der 80 Prozent der Front bedeckt, sucht in der Preisklasse bis 200 Euro seines gleichen. Dennoch müsst ihr für das schickere Äußere bei der Ausstattung kaum Abstriche machen.

Das hat uns gefallen

  • großes, randloses Display
  • gute Kamera für die Preisklasse

Das hat uns nicht gefallen

  • Displayauflösung
  • Sprachqualität
Testnote 7,0 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
9,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

5,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

7,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von netzwelt gekauft.

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8
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Wiko View 2 verglichen

Ihr seid euch unsicher, ob ihr das Wiko View 2 kaufen oder lieber zu einem Konkurrenzprodukt greifen solltet? Die folgenden Vergleichstests helfen euch bei der Kaufentscheidung. Wir stellen hier das Wiko View 2 seinen schärfsten Konkurrenten gegenüber.

Bestenlisten

Wiko View 2 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Wiko View 2 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Wiko View 2 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Wiko View 2 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Qualcomm Snapdragon 435 MSM8940
Display LCD IPS Color (16M) 720x1528 px (6.0") 282ppi
RAM 3 GB
Gerätespeicher 32 GB
Akku 3.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 13 Megapixel
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Smartphone und Wiko View 2.

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