Aquos C10 im Kurztest: Mr. Boom-Plastik

Hat Sharp sich verzettelt?

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von Marinus Martin
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Sharp Aquos C10

Nach Jahren der Abwesenheit bringt Sharp auch in Deutschland wieder Smartphones in den Handel. Das Mittelklassehandy Aquos C10 ist seit Juli 2018 erhältlich und soll neben einem sehr guten Display ein solides Gesamtpaket schnüren. Ob dem japanischen Unternehmen dies gelingt, klären wir in einem ersten Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Das kann die Kamera
  3. Das steckt drin
  4. Performance und Betriebssystem
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. netzwelt meint

Mit einem Boom hat Sharp sich in Deutschland zurückgemeldet und ist seit Juli 2018 wieder auf dem hiesigen Handymarkt vertreten. In Japan ist der hierzulande hauptsächlich durch Fernseher bekannte Hersteller seit langem recht erfolgreich. Auch in Deutschland gab es schon Sharp-Smartphones, dies ist allerdings schon einige Jahre her. Nun melden sich die Japaner mit drei neuen Modellen zurück.

Zwei Mittelklasse-Smartphones gibt es bereits zu kaufen, ein drittes folgt im September 2018. Das Aquos C10 steht preislich auf einer Stufe mit dem angekündigten Aquos D10. Im Vergleich zum neuen Top-Modell ist die technische Ausstattung nahezu identisch, es gibt aber anderweitig deutliche Unterschiede.

Design und Verarbeitung

Das 5,5-Zoll-Display im 17:9-Format löst in QHD auf und verfügt ähnlich wie das Essential Phone über eine Mini-Notch, die die Frontkamera beherbergt. Darüber hat Sharp den Lautsprecher positioniert. Der Bildschirm bietet eine sehr gute Farbbrillanz und einen hohen Kontrast, obwohl hier kein OLED zum Einsatz kommt. Hier zeigt sich die langjährige Erfahrung des Unternehmens im TV-Bereich.

Leider wird das Display jedoch nicht wie beim Aquos D10 von Gorilla Glas 3 geschützt, stattdessen kommt ein No-Name-Displayglas zum Einsatz. Abstriche müsst ihr ebenfalls bei der Gehäuserückseite machen, die nicht aus Glas, sondern aus Kunststoff gefertigt ist. Somit dürfte das C10 in jedem Fall etwas empfindlicher gegenüber Kratzern, dafür aber unempfindlicher gegen Stürze sein. Was alle neuen Sharp-Handys gemeinsam haben, ist die Anfälligkeit gegenüber Fingerabdrücken - allerdings steht der Hersteller mit diesem Problem nicht alleine da.

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Laut Sharp soll die Front des C10 zu 87,5 Prozent aus Display bestehen, unsere eigene Rechnung ergab allerdings nur 79 Prozent. Die Abweichungen ergeben sich aus der Verwendung der Notch. Unterhalb des Bildschirms findet sich noch ein breiter schwarzer Balken, auf dem der Fingerabdrucksensor platziert ist. Schade, dass Sharp diesen nicht auf der Rückseite platziert und so das Display somit vergrößert. Beim D10 ist dies nämlich der Fall. Auf der Rückseite befindet sich eine Dualkamera, die etwas aus dem Gehäuse herausragt, zudem sind dort der Fotoblitz sowie ein zusätzliches Mikrofon verbaut, welches zur Geräuschunterdrückung während der Telefonie dient.

Mit 140 Gramm ist das Aquos C10 ein Leichtgewicht, es fühlt sich durch die Verarbeitung aus Kunststoff allerdings nicht wirklich wertig an. Hinzu kommt, dass sowohl der Ein- und Ausschalter als auch die Lautstärketasten im Rahmen im Kurztest etwas Spiel hatten.

Das kann die Kamera

Nicht nur beim Material macht Sharp gegenüber seinem Schwestermodell Abstriche, auch die Kameras lösen geringer auf. Die beiden Linsen der Dualkamera auf der Rückseite lösen mit 12- und 8 Megapixeln auf, die Selfie-Kamera nimmt Fotos ebenfalls mit 8 Megapixeln auf. Zu der Qualität der Aufnahmen können wir nur bedingt etwas sagen.

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Wir haben das C10 auf dem IFA-Stand von Sharp ausprobiert, dieser war natürlich optimal ausgeleuchtet. Was wir sagen können: Bei guten Lichtverhältnissen macht das Smartphone gute Bilder, wer seine Fotos nicht auf Plakatgröße ausdrucken oder stark vergrößern will, wird auch mit 8- beziehungsweise 12-Megapixeln auskommen. Sobald wir das Sharp C10 ausführlich in der Redaktion unter die Lupe nehmen können, werden wir die Kamera noch einmal auf Herz und Nieren testen.

Das steckt drin

Im Herzen des Aquos C10 arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 630. Dieser erledigt im Zusammenspiel mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher zuverlässig Alltagsaufgaben. Rechenintensive 3D-Spiele oder VR-Anwendungen werden das Smartphone aber an seine Grenzen bringen. Intern stehen euch 64 Gigabyte Speicher zur Verfügung, die über eine microSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitert werden können. Nicht lumpen lassen hat sich Sharp in Hinblick auf die Konnektivität des Aquos C10. Diese bietet neben dem Wlan-ac-Standard auch Bluetooth 5.0 sowie NFC. Hinzu kommen die üblichen Smartphone-Sensoren vom digitalen Kompass über Beschleunigungs- bis hin zum Annäherungssensor.

Etwas unterdimensioniert ist der Akku, der euch mit 2.700 Milliamperestunden zwar über den Tag bringen sollte, viel länger allerdings nicht wird durchhalten können. Worauf Sharp auch beim C10 verzichtet, ist ein 3,5-Millimeter-Audioeingang. Kopfhörer mit Klinkenstecker könnt ihr lediglich mit einem Adapter an die USB C-Buchse anschließen, erfreulicherweise legt der Hersteller diesen dem Handy bei.

Performance und Betriebssystem

Das C10 wird mit Android 8.0 ausgeliefert, auf dem mit Sharp UI eine herstellereigene Oberfläche läuft. Ob das Handy ein Update auf Android 9.0 Pie erhält, hat Sharp nicht verraten. In unserem Test hat das Gerät flott gearbeitet, rechenintensive Anwendungen konnten wir dabei allerdings nicht ausprobieren.

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Eine Sache nervte bei der Benutzung sehr stark: Beim Beenden oder Wechseln von Apps wird der Bildschirminhalt ganz langsam ausgeblendet, bis der nächste Inhalt zu sehen ist. Vorstellen kann man sich dies am besten wie eine träge Bildblende bei einem Video zwischen zwei Szenen. Dies vermittelt ein Gefühl der Entschleunigung und macht die Nutzung ermüdend. An dieser Stelle wünschen wir uns definitiv flottere Animationen für den Wechsel und das Beenden von Apps.

Preis und Verfügbarkeit

Das Aquos C10 könnt ihr seit Juli 2018 für 399 Euro bei deutschen Händlern kaufen. Bei der Farbvielfalt müsst ihr jedoch Abstriche machen - wie auch die anderen Smartphones bringt Sharp das C10 lediglich in Schwarz auf den deutschen Markt.

netzwelt meint

Rein technisch bringt Sharp mit dem Aquos C10 ein solides Mittelklassegerät in den Handel, was jedoch preislich kein Preis-Leistungs-Sieger ist. Es ist für das, was es insgesamt bietet, sogar recht preisintensiv. Abstriche müsst ihr bei der Auflösung der Smartphone-Kameras sowie bei der Verarbeitung machen, was wir wirklich schade finden. Denn das angekündigte Aquos D10 wird für den gleichen Preis in den Handel kommen, ist dabei aber deutlich wertiger verarbeitet und hat die besseren Kameras verbaut.

Das C10 fühlt sich einfach nicht hochklassig an, dafür sorgt vor allem die Kunststoffrückseite sowie etwas wackelige Knöpfe. Auch das fehlende Gorilla Glas sorgt hier definitiv für einen Punktabzug. Gerade in Hinblick auf das kommende Aquos-Modell hat sich Sharp mit dem C10 leider keinen Gefallen getan.

Sharp Aquos C10
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