Samsung Wave 3 im Test

Herausragende Verarbeitung, kleine Auswahl an Apps

Samsung bringt mit dem Wave 3 ein neues bada-Flaggschiff auf den Markt und will an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen. Den Status eines Underdogs hat das Modell dabei aber nicht mehr.

Inhaltsverzeichnis

  1. Verarbeitung
  2. Hardware
  3. Leistung und Bedienung
  4. Kamera und Klang
  5. Software
  6. Fazit
  7. Datenblatt

Ein glänzendes Metallgehäuse, ein Super-AMOLED-Display und eine drei hinter dem Produktnamen - das sind die Hauptmerkmale des neuen Samsung Smartphone-Flaggschiffs. Nein! - Hier geht es nicht um das Galaxy S3, sondern das bada-Gegenstück Wave 3. Anders als noch seine Vorgänger ist das mittlerweile dritte bada-Flaggschiff aber kein Geheimtipp mehr.

Samsung Wave 3

Samsung ist vor allem für seine Android-Smartphones aus der Galaxy-Reihe bekannt. Daneben führt der Hersteller aber auch noch die Modellreihen Omnia mit Windows Phone und Wave mit dem hauseigenen bada-System. Im Schatten der Galaxy-Reihe sorgten zuletzt vor allem die Wave-Modelle angesichts des guten Preis-/Leistungsverhältnisses für Aufsehen. Samsung will diesen Trend nun mit dem Wave 3 fortsetzen.

Verarbeitung

Das Samsung Wave 3 wird seiner Stellung als Flaggschiffmodell der Wave-Reihe bereits optisch gerecht: Das Smartphone wirkt dank des hochwertigen und robusten Aluminium-Gehäuses deutlich wertiger als vergleichbare Modelle aus der Galaxy-Reihe. Ein Unibody-Gehäuse besitzt das Wave 3 allerdings nicht. Das Gehäuse besteht aus zwei Teilen, allerdings hat Samsung diese fest miteinander verbunden, abnehmen lässt sich die Gehäuserückseite daher nicht. Der Nutzer kann das Innenleben des Wave 3 aber wie eine Schublade bis zu einem gewissen Punkt aus dem Metallgehäuse ziehen und erhält dadurch Zugriff auf Akku und SIM-Karten- sowie microSD-Speicherkartenschacht. Mit einem Gewicht von 127 Gramm und einer Tiefe von 9,9 Millimetern ist das Wave 3 leichter und dünner als sein Vorgänger und nur unwesentlich schwerer als die Galaxy-Spitzenmodelle des Herstellers.

Dank der hochwertigen Verarbeitung muss der Nutzer sich um Kratzer im Gehäuse des Wave 3 keine Sorgen machen. Im netzwelt-Test hinterließ das Kratzen mit einem Schlüssel keine Spuren auf dem Rücken des Geräts, sodass eine Display-Schutzfolie für den Transport in der Hosentasche ausreichen dürfte. Auch gegenüber Fingerabdrücken zeigte sich das Wave 3 resistent. Zu bemängeln ist lediglich die fehlende Abdeckung für den Mikro-USB-Port.

Hardware

Die Ausstattungsliste des Wave 3 kann auf den ersten Blick ebenfalls überzeugen. Zwar bietet das Smartphone mangels Unterstützung durch das bada-System keinen Dual-Core-Prozessor, der verbaute 1,4-Gigahertz-Prozessor ist aber leistungsstark genug, um alltägliche Aufgaben nahezu verzörgerungsfrei umzusetzen. Die 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite nimmt Videos zudem in HD-Qualität (720p) auf und dank einer Frontkamera ermöglicht das Wave 3 auch Videotelefonate. Eklatante Lücken offenbaren sich auf den ersten Blick also nicht, einige Tücken verstecken sich aber im Detail. Der interne Speicher ist beispielsweise satte vier Gigabyte groß, dem Nutzer bleibt davon allerdings nur circa ein Gigabyte. Den Rest belegt das System. Die Erweiterung des internen Speichers per microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte ist daher empfehlenswert.

Wie das ursprüngliche Wave kommt auch das Wave 3 mit einem Super-AMOLED-Display daher. Die Bilddiagonale entspricht vier Zoll, das Display löst mit 800 x 480 Pixeln auf. Das enstpricht den technischen Daten des Samsung Galaxy S. Von einem Strahlemann, wie netzwelt das Galaxy S im Test titulierte, kann beim Wave 3 aber nicht die Rede sein. Im direkten Vergleich bei voller Helligkeit ist das Display des Wave 3 sichtbar dunkler als das des Galaxy S. Es wirkt, als liege eine Art Grauschimmer über dem bada-Smartphone. Dies macht sich vor allem bei Webseiten mit großem Anteil an weißen Flächen bemerkbar. Diese wirken noch grauer als wie bereits von Super-AMOLED-Displays gewohnt. Bei Fotos macht sich dieser Effekt nicht so stark bemerkbar.

Leistung und Bedienung

Das Samsung Wave 3 ist leistungsstark genug für alltägliche Aufgaben und auch aufwendigere 3D-Spiele, wie etwa Need for Speed. In den Browserbenchmarks Sunspider und Browsermark schloss es aber sehr schlecht ab. Mit 24.489 Punkten liegt es im Browsermark knapp 12.000 Punkte hinter dem mittlerweile fast zwei Jahre alten Apple iPhone 4. Mit 10.535,1 Millisekunden braucht es für den Sunspider-Test sogar mehr als doppelt so lange wie das iPhone 4. Zudem unterstützt bada nur eine abgespeckte Version von Adobes Flash. Die Akkulaufzeit liegt mit einem Wert von 5,5 Stunden laut Herstellerangaben bei Dauergesprächen in einem 3G-Netz im üblichen Rahmen für Smartphones.

Das Bedienkonzept von bada lehnt sich an die Bedienung von Samsungs Android-Handys an. Kein Wunder: Auch bada stattet Samsung mit seiner Bedienoberfläche TouchWiz aus. Allerdings unterscheidet sich bada in einer Hinsicht grundlegend von Android: Es gibt keine Zurück-Taste, außer das Programm bietet sie als virtuelle Schaltfläche. Die Sensor-Tasten unter dem Display sind lediglich zum Telefonieren und zur Rückkehr zum Startbildschirm gedacht. Das dürfte vor allem Umsteiger von Android-Smartphones verwirren.

Kamera und Klang

Die 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite liefert brauchbare Bilder, vor allem bei Tageslicht-Aufnahmen im Freien. Im Inneren ist die Qualität trotz LED-Fotoleuchte doch deutlich schlechter, aber immer noch brauchbar. Zum Teil wirken die Farben aber etwas blass (siehe Mediengalerie). Die Qualität der Videoaufnahmen überzeugte. Ein mit dem Samsung Wave 3 aufgenommenes Video finden Sie hier. Im Test vermisste netzwelt allerdings schmerzlich die Kamera-Taste des Vorgängers, das Auslösen ist beim Wave 3 lediglich über das Display möglich.

Samsung Wave 3 Testbilder

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Am Klang des Wave 3 gibt es nichts auszusetzen. Der Klang über den externen Lautsprecher ist gut, jedoch leicht höhenlastig und etwas blechern. Dafür übersteuert der Lautsprecher aber selbst auf maximaler Lautstärke nicht. Im Gegensatz zu Kopfhörern: Schließt der Nutzer welche an, übersteuern diese auf voller Lautstärke erheblich. Der Klang ist zudem etwas dumpf und nicht ganz so klar wie über den externen Lautsprecher. Die Sprachqualität des Wave 3 ist gut. Im Test waren beim Telefonieren keine Störgeräusche zu vernehmen, lediglich im Freisprechmodus trat ein leichtes Rauschen auf. Die Gesprächspartner klangen zudem klar, allerdings nicht ganz natürlich. Die Stimmen waren etwas gedämpft. In lauten Umgebungen ist der externe Lautsprecher für den Freisprechmodus zudem zu leise.

Software

Samsung stattet das Wave 3 mit der neuesten Version seines hauseigenen Betriebssystems bada aus. Die Version 2.0 des koreanischen Handy-OS bringt dabei zahlreiche Neuerungen. Eine große Schwäche von bada ist aber weiterhin die Anzahl der verfügbaren Apps für das Betriebssystem. Zwar wächst die Zahl der verfügbaren bada-Anwendungen kontinuierlich: Anfang März waren laut Samsung 16.812 Apps in Deutschland verfügbar, vor knapp einem Jahr waren es erst 3.290 Apps. Allerdings fehlen weiterhin einige Blockbuster-Apps von anderen Geräten, etwa die Messenger Whats App. Eine Alternative ist die ICQ-App oder Samsungs eigener Messenger ChatOn.

Bada-Apps sind zudem nicht unbedingt günstig: Für das Kultspiel Angry Birds werden zum Beispiel satte 2,99 Euro fällig. Unter Android sind die wütenden Vögel kostenlos erhältlich, im Apple App Store kostet der Titel für das iPhone 79 Cent. Eine Facebook-App gibt es und sie ist sogar gratis, allerdings wurde sie von Samsung selber geschrieben und nicht von Facebook. Die Zukunft des Betriebssystems ist außerdem offen. Samsung und Intel arbeiten derzeit an dem MeeGo-Nachfolger Tizen OS. Nach Bekanntgabe der Pläne wurde bereits spekuliert, dass bada künftig in Tizen aufgehen könnte oder als Open Source-System weiter geführt wird. Ob es also eine Version nach 2.0 von bada geben wird, ist offen.

Fazit

Das Samsung Wave 3 ist ein gutes Smartphone ohne größere Schwächen - abgesehen von der noch geringen App-Auswahl. Die größte Stärke des Wave 3 ist jedoch nur die hochwertige Verarbeitung. Der vergleichsweise geringe Straßenpreis von rund 220 Euro, der den Vorgänger zum Geheimtipp für genügsame Nutzer machte, wiegt angesichts der fallenden Preise im Android-Lager beim Wave 3 nicht mehr so schwer.

Für rund 220 Euro erhält der Nutzer mittlerweile auch gleichwertige oder besser ausgestattete Android-Handys wie das Sony Ericsson Xperia neo oder das Samsung Galaxy W, für die es deutlich mehr Apps gibt. Investiert er noch einmal knapp 80 Euro mehr, erhält er bereits ältere Dual-Core-Smartphones wie das LG Optimus Speed. Nur auf ein Metallgehäuse muss der Nutzer bei diesen Alternativen verzichten, eine Ausnahme ist das HTC Desire HD für rund 300 Euro.

Samsung Wave 3

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Samsung Wave 3 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Samsung Wave 3 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Samsung Wave 3 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Qualcomm MSM8255
Display SUPER AMOLED Color (16M) 480x800px (4.0") 233ppi
Gerätespeicher 3 GB
Akku 1.500 Milliamperestunden
Hauptkamera 5 Megapixel
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